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Hamburger Sanierungsfonds 2020: Sechs Musikclubs erhalten erstmals Förderung

26.11.2015 09:27

Erstmals erhalten Musikclubs 150.000 € aus dem Hamburger Sanierungsfonds 2020. Diese Fördersumme sieht ein Antrag der Regierungsfraktionen von SPD und GRÜNEN vor, der am 25. November 2015 zur Beschlussfassung in die Bürgerschaft eingereicht wurde. Demnach können das Fundbureau, Logo, Molotow, Motorschiff Stubnitz, Westwerk und Uebel & Gefährlich als eine der ersten Musikspielstätten in Hamburg über diesen Fördertopf akute Sanierungen umsetzen. Bei den beantragten Projekten handelt es sich z.B. um bauliche Maßnahmen zur Senkung des Wasserverbrauchs, die Erhöhung von Sicherheitsstandards, die Steigerung der Energieeffizienz, die Erweiterung von Schallschutzeinrichtungen und den Erhalt der Gebäudesubstanz.


Wolf von Waldenfels, Betreiber des Uebel & Gefährlich und Vorstandsmitglied des Clubkombinats, erklärte die Bedeutung dieser Fördermaßnahme: „Für Musikclubs, die sich der musikalischen Talententwicklung verschreiben, bestehen keine Möglichkeiten finanzielle Rücklagen für Sanierungenund notwendige Investitionen aufzubauen. Spätestens zum Sommer sind alle Überschüsse aus den Herbst- und Wintermonaten verbraucht. Von daher ist diese Hilfe ein enorm wichtiges Signal und wird hoffentlich auch in den Folgejahren bestehen, um den bestehenden Sanierungsstau in der Hamburger Clublandschaft zu beheben.


Gerald Steyr, 1. Vorsitzender des Clubkombinat Hamburg e.V., ordnet die Entscheidung in einen bundesweiten Kontext ein: „Mit der Förderung aus dem Hamburger Sanierungsfonds 2020 erkennt das Land Hamburg noch stärker als bislang an, dass private Musikspielstätten neben traditionellen Kultureinrichtungen wie Theatern, Museen und Bibliotheken und den Einrichtungen der Soziokultur die städtische Kulturlandschaft bereichern. Diese Entscheidung setzt bundesweit Maßstäbe für eine Kulturförderung, die einer modernen Metropole wie Hamburg im 21. Jahrhundert gerecht wird.“


Das Clubkombinat begrüßt diese politische Initiative der rot-grünen Koalition ausdrücklich.

 

Pressemeldungen vomn 26.11.2015:

SPD-Fraktion

Grüne-Fraktion

Spielstättenprogrammpreis: Clubkombinat kritisiert das Vergabeverfahren

06.10.2015 13:39

Mit der dritten Verleihung des „Spielstättenprogrammpreises Rock, Pop, Jazz“ in der Münchner Muffathalle am 12. Oktober 2015 erlangt das Thema der Strukturförderung für Musik-Clubs wieder bundesweite Aufmerksamkeit. Die Fördersummen für ausgewählte Preisträger tragen dazu bei, programmatische Arbeit weiter zu stärken und oftmals auch deren wirtschaftliche Situation zu stabilisieren. Diese Effekte werden vom Clubkombinat Hamburg - dem Verband der Hamburger Musik-Clubs – grundsätzlich positiv gesehen und deshalb begrüßt.

Das Verfahren der Preisvergabe, die relativ hohen Verwaltungskosten der Vergabe sowie die Förderhöhen für die Preisträger werden vom Hamburger Clubverband jedoch kritisch gesehen und erneut konstruktiv-kritisch hinterfragt.

Im Kern der Kritik aus Hamburg steht die Entscheidungsfindung der Fachjury. Diese setzt sich aus Betreibern von Spielstätten der Genres Jazz und Rock/Pop, aus Musikern, Musikjournalisten sowie Verbandsvertretern zusammen. Nach Auffassung des Clubkombinats ist es einer solchen Jury nur eingeschränkt möglich, über die Preisvergabe mit der hierfür gebotenen Objektivität zu entscheiden. Darüber hinaus mangelt es den bisherigen Begründungen von Preisvergaben an ausreichender Transparenz. Es ist wünschenswert und dringend erforderlich, dass Juryentscheide – auch im Feld der Kultur – anhand objektiv nachvollziehbarer Kriterien getroffen und entsprechend kommuniziert werden. Insbesondere dann, wenn eine speziell besetzte und verhältnismäßig kleine, neunköpfige Jury Urteile fällt. Das Hamburger Clubkombinat ist der Auffassung, dass die aktuelle Vergabepraxis solchen Grundsätzen nicht standhält. Geteilt wird diese Auffassung von der Mehrheit jener Branchen-Akteure, die im Rahmen einer Studie hierzu befragt wurden: 51% aller Befragten bemängeln die Fairness der bisherigen Vergabepraxis (siehe Evaluationsbericht auf Seite 15).

Gerald Steyr, 1. Vorsitzender vom Clubkombinat, erklärt hierzu: „Kunst und Kultur sollte nicht durch Einzelpersonen im kleinen Kreis bewertet werden. Wenn überhaupt, sollte man in der heutigen Zeit eine Form der Schwarmintelligenz nutzen und bewusst eine Vielzahl an Personen in die Entscheidungsfindung einbinden.“

Als Vorbild verweist das Clubkombinat auf das Vergabeverfahren des „VIA! VUT Indie Award“: Hier entscheidet eine 100-köpfige Jury nach Punktesystem mit einfacher Mehrheit über die Vergabe.

Ferner schlägt das Clubkombinat vor, dass über die Vergabe des Spielstättenprogrammpreises ausschließlich Musiker entscheiden sollten, die selbst in Musik-Clubs Werke live aufführen. Bei der Auswahl von entsprechenden Jurymitgliedern kann z.B. darauf geachtet werden, dass diese Musiker:

  • mindestens 10 gespielte Club-Konzerte im Vorjahr vorweisen können,

  • gleich verteilt bzw. nach einem bestimmten Schlüssel aus unterschiedlichen Bundesländern stammen und

  • ihrerseits unterschiedliche Genres repräsentieren (u.a. Metal, HipHop, EDM, Rock, Jazz).

Die derzeitige Höhe der Preisgelder (30.000 € und 15.000 € pro Preisträger) wird ebenfalls hinterfragt. Es sollten mehr Musikspielstätten als aktuell (2015: 63 Spielstätten und Veranstalter) mit jeweils geringeren Summen ausgezeichnet werden. Ein Richtwert wären rund 200 Spielstätten im Jahr, analog zum Kinoprogammpreis.

Aktuell kostet die Verwaltung der Preisvergabe über 10% des bereitgestellten Gesamtbudgets. Es sollte Anspruch und Ziel sein, die anteiligen Kosten für die Preis-Administration und -Vergabe auf maximal 5% des Gesamtbudgets zu reduzieren. So wäre sichergestellt, dass mehr Geld bei all jenen ankommt, die mit der Preisvergabe tatsächlich auch gefördert werden sollen.

Das Clubkombinat hofft, dass diese Stellungnahme zur Preisverleihung sowie dessen Vorschläge auf fruchtbaren Boden fallen und bietet sich den Verantwortlichen weiterhin als Gesprächspartner mit Expertise an.

 

WEITERE INFORMATIONEN

http://initiative-musik.de/spielstaettenprogrammpreis.html

 

ERGEBNISBERICHT - Evaluation des Spielstättenprogrammpreises:

http://initiative-musik.de/fileadmin/SPPP/Ergebnisbericht_Evaluation_SPPP_04_2015.pdf

 

Positionspapier des Clubkombinat Hamburg e.V.:

http://neu.clubkombinat.de/tl_files/clubkombinat/pdf/CK-Position_Spielstaettenfoerderung_2014.pdf

(Stand September 2014)

Der Clubplan für Hamburg – Hamburgs Club-Konzerte im Überblick

17.09.2015 12:59

 

Das Clubkombinat hat in Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedern eine monatlich erscheinende Broschüre entwickelt, die für Hamburgs Club- und Konzertgänger erstmals zum Reeperbahn Festival erhältlich sein wird. Der CLUBPLAN liefert einen kompakten Überblick über Hamburgs vielfältiges Live-Musik-Angebot. Ab Oktober präsentiert jeder teilnehmende Club sich und sein aktuelles Musikprogramm auf einer eigenen Seite. Zur Erstausgabe beteiligen sich 22 Musik-Clubs an diesem Gemeinschaftswerk.

 

tl_files/graphics/IMG_2608_kl.jpgNeben den individuellen Seiten der Clubs enthält die Broschüre auch einen redaktionellen Teil. Im Zuge der Interviewreihe “Im Club mit …” werden Künstlerinnen und Künstler aus Hamburg zu ihren eigenen Konzerterlebnissen und Geschichten über die Hamburger Clublandschaft befragt. Den Anfang dieser Serie macht das Duo BOY, die mit großem Erfolg kürzlich ihr zweites Album veröffentlicht haben und vor ein paar Tagen eine ausverkaufte Show im Mojo Club gespielt haben. Auch die Redaktion vom Radiosender ByteFM wird jeden Monat einen besonderen Konzerttipp beisteuern.

 

Der Geschäftsführer des Clubkombinats, Thore Debor, kommentiert zur Veröffentlichung: “Die Grundidee für den Clubplan entstand im Kreise unserer Mitglieder. Nach dem langjährigen Erfolg des Clubplakats ist nun der zweite Schritt auf dem Feld der Gemeinschaftswerbung erfolgt. Ich freue mich sehr, dass wir jetzt mit der ersten Ausgabe an den Start gehen. Unser Dank geht an alle Partner und Anzeigenkunden, die ihren Anteil zu diesem Projekt beitragen.“

 

Für alle Interessierten wird die Broschüre künftig vor Monatsbeginn gratis in den beteiligten Clubs und an weiteren ausgewählten Orten (z.B. Hotels, Konzertkassen, Plattenläden) ausliegen. Der Clubplan wird zudem auch digital unter clubplan.clubkombinat.de zu finden sein. Für die Zukunft ist eine zunehmende virale Verbreitung über Social-Media-Kanäle anvisiert.

 

Folgende Musik-Clubs sind ab der ersten CLUBPLAN-Ausgabe dabei:

Birdland, Cascadas, Club 20457, Cotton Club, Docks, Freundlich & Kompetent, Gruenspan, Hafenklang, Honigfabrik, Inselklause, Knust, kukuun, Logo, Lola, Markthalle, Monkeys Music Club, Nochtspeicher, Prinzenbar, Stage Club, The Rock Café St. Pauli, Uebel & Gefährlich sowie Waagenbau.

Neue Förderrunde für Hamburgs Musik-Clubs gestartet

17.06.2015 12:47

Das Clubkombinat und die Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen Hamburg - kurz Clubstiftung - sind erfreut, den Start des Antragsverfahrens für die insgesamt siebte Förderrunde des Live Concert Accounts der Hamburger Kulturbehörde ankündigen zu können.

Der Live Concert Account ist ein Strukturfördermodell für Hamburger Livemusik-Spielstätten, das gemeinsam von der Kulturbehörde, dem Clubkombinat Hamburg e. V. und RockCity Hamburg e. V., auch im Dialog mit der GEMA,  entwickelt wurde.

Dieses Förderinstrument für Livemusik ist in seiner Form und Wirkungsweise bundesweit einmalig: Die jeweilige Förderung pro Club wird im Kern auf der Grundlage der entrichteten GEMA-Vergütungen des Vorjahres bemessen und anhand eines Verteilungsschlüssels errechnet. Mittels dieser Quote wird im Verhältnis zur verfügbaren
Fördersumme direkt an die Antragssteller ausgeschüttet. Das bedeutet: Je mehr Konzerte, desto höher die Förderung.


Auch im Jahr 2015 stellt die Kulturbehörde finanzielle Mittel in Höhe von 150.000 € für den Live Concert Account zur Förderung der Hamburger Clubkultur bereit.


Ab sofort sind die Antragsunterlagen online verfügbar und können bei der Clubstiftung
eingereicht werden. Die Antragsfrist endet am 1. September 2015.

 

Antragsunterlagen und weitere Informationen sind hier erhältlich:

http://stiftung-private-musikbuehnen-hamburg.de/fuer-clubs/#anchor_live-concert-account und

http://www.hamburg.de/kulturbehoerde/liveconcertaccount/