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Hamburg: Sterben die Musikclubs in Hamburg aus? oder Wo die Musik noch spielt

23.06.2016 13:55

Eine Untersuchung des Clubkombinats gibt Antworten.

Nicht erst seit dem Dachbrand im Golden Pudel Club Mitte Februar geistert das Wort “Clubsterben” durch die Medien. Viele befürchten eine Verödung des Nachtlebens. Doch wie entwickelt sich die Clublandschaft wirklich? Das Clubkombinat Hamburg e.V. hat die Entwicklungen in den letzten 24 Monaten genauer unter die Lupe genommen. „Wir haben Schließungen, Neugründungen, Betreiberwechsel und Umzüge dokumentiert und konnten so ein ungefähres Lagebild zeichnen.”, sagt Thore Debor, Geschäftsführer des Clubkombinats. Das Ergebnis: Insgesamt existierten im Jahr 2015 über 101 Musikclubs in Hamburg, die Konzerte veranstalten. Für die 24 betrachteten Monate ist dabei sogar ein leichtes Plus von sieben neuen Musikbühnen zu verzeichnen. So entstanden mit dem Cascadas, dem PAL, dem VOLT, dem Resonanzraum, der Halle 424 und dem Häkken gleich sechs gänzlich neue Musikspielstätten. Im Klubhaus am Spielbudenplatz mit seinen verschiedenen Vermietungen feierte zudem das kukuun sein Comeback.

Die Club Map listet alle Musikclubs im Clubkombinat aufDas Clubkombinat stellt als Fazit seiner Erhebung fest, dass bei der Anzahl der Musikbühnen durch die gemeinsam mit Politik und Behörden entwickelten Maßnahmen (Einführung des Live Concert Account und Club Award in 2009, Errichtung der Clubstiftung in 2010 und Gründung der LiveKomm in 2012) eine stabilisierende Wirkung erzielt werden konnte.

Von einer Entwarnung hinsichtlich der prekären Situation der Kulturbetriebe kann und will das Clubkombinat dennoch nicht sprechen. Trotz aller erfreulichen Entwicklungen und Neugründungen gibt es weiterhin vielerlei externe Bedrohungen. Regelmäßig verursacht ein viermonatiges Sommerloch starke Umsatzeinbußen. Preisanstiege im Wohnungsmarkt wirken sich - insbesondere bei jungen Leuten – auf das Ausgehverhalten aus. Viele können sich Club- und Konzertbesuche bei den Mietkosten in Großstädten kaum leisten. Zudem ist der Betrieb eines Musikclubs sehr personalintensiv. Auch in guten Zeiten können kaum Rücklagen gebildet werden, um wirtschaftliche Durststrecken zu überbrücken. Dies sind nur drei von vielen Faktoren, die die prekäre Situation für den Betrieb von Musikbühnen weiterhin unkalkulierbar und schwer machen.

Aktuell sind einige Clubs in Hamburg konkret bedroht. So ist gegenwärtig etwa die Zukunft der MS Stubnitz unklar. Der Betrieb der drei Clubs an der Sternbrücke (Astra Stube, Fundbureau und Waagenbau), deren Pachtverträge in absehbarer Zeit auslaufen, ist ebenfalls ungeklärt und würde ein großes Loch in die Clubszene reißen. Die Beobachtungen in den ersten Monaten des laufenden Jahres (u. a. Hasenschaukel, Cobra Bar und Golden Pudel Club) zeigen, dass das positive Lagebild schnell kippen kann. „Die Hamburger Clubszene ähnelt der Flora und Fauna. Auch hier existieren zarte und seltene Arten und bilden ein Ökosystem, das es ständig zu pflegen und beharrlich zu beschützen gilt”, mein Thore Debor. An die Stadt appelliert er hinsichtlich mehr Unterstützung: „Hamburg vermarktet sich als Musikstadt und ist in diesem Bereich im nationalen Vergleich auch weit vorne. Den Betreibern an der Basis machen unter anderem Mietpreisentwicklungen, GEMA-Kostensteigerungen und vermehrte Energiekosten das Überleben schwer. Hierbei sollte auch die Stadt unterstützend eingreifen und sie vergleichbar mit anderen musikalischen Leuchttürmen behandeln. Neben einer deutlichen Erhöhung der Infrastrukturförderung von aktuell 0,60 € pro Konzertbesucher für private Musikbühnen bedarf es eines jährlichen Investitionsfonds, der Sonderbedarfe, zum Beispiel bei Energieeinsparungs-, Bau- und Sanierungsmaßnahmen abdeckt.“

Die komplette Betrachtung der Hamburger Clublandschaft finden Sie hier.

 

Übersicht: Veränderungen in der Clublandschaft 2014/2015

Neugründungen

(Bezirk)

Betreiberwechsel mit neuem Konzept

(Bezirk)

Betreiberwechsel

Umzüge

Clubs in Not

(Bezirk)

Cascadas

(Mitte)

Birdland

(Eimsbüttel)

Astra Stube

Freundlich + Kompetent

Hasenschaukel

(Mitte)

Häkken

(Mitte)

Club Riff (ehemals Flavaclub)

(Wandsbek)

Hörsaal

Hörsaal

Kir

(Eimsbüttel)

Halle 424

(Mitte)

EVO (ehemals Funky Pussy Club)

(Mitte)

Klub K

kir

MS Stubnitz

(Mitte)

kukuun

(Mitte)

Menschenzoo

(Mitte)

Marias Ballroom

Molotow

Stellwerk

(Harburg)

Resonanzraum

(Mitte)

Monkeys

Music Club (ehemals kir)

(Altona)

Music Club Live

 

 

PAL

(Mitte)

Turtur (ehemals Tonne)

(Mitte)

Villa Nova

 

 

VOLT

(Mitte)

Unterm Strich (Kellergeschoss Moondoo)

(Mitte)

 

 

 

 

Clubkombinat und STADTKULTUR HAMBURG bündeln Kräfte

09.06.2016 07:18

Die Vorstände von STADTKULTUR HAMBURG e.V. und Clubkombinat Hamburg e.V. haben die gegenseitige Mitgliedschaft der Verbände beschlossen. Erklärtes Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, den Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen den Institutionen zu intensivieren. Die Mitglieder beider Vereine – Musikclubs, soziokulturelle Zentren und Veranstalter – bilden einen festen Bestandteil der Kulturlandschaft Hamburgs und weisen zahlreiche Gemeinsamkeiten auf:


Viele der veranstaltenden Kulturakteure agieren ehrenamtlich oder mit einem geringen Kostendeckungsgrad, arbeiten vielerorts am Rand ihres Leistungsvermögens und sind unterbezahlt. Die Mitglieder beider Verbände verbindet das Angebot von musikalischen und anderen Bühnenveranstaltungen. Viele betreiben damit aktive Künstlerentwicklung und Nachwuchsaufbau. Kleine Musikspielstätten und Bühnen stehen dabei unter zunehmendem finanziellen Druck, denn Veranstaltungen und Festivals unterliegen immer professionelleren Ansprüchen und komplexeren behördlichen Anforderungen. Damit sind die Orte der Entwicklung von Kunst und Kultur sowie von Nachwuchsmusiker*innen und Nachwuchsveranstalter*innen, die von ihren Aktivitäten leben können, in Gefahr.


Manche Einrichtungen und Initiativen drohen wegzubrechen. Nur durch ihre Arbeit und ihr ungebrochenes Engagement wurden und werden eine Vielzahl Musiker*innen und Darsteller*innen hervorgebracht, die auf den kleinen Bühnen beginnen und ihr Publikum im unmittelbaren Umfeld finden. Einige von ihnen sind längst international oder europaweit bekannt, während die bestehenden Freiräume stets mit Bedrohungen von Außen konfrontiert sind und nicht wachsen können.


Diesen Akteuren zu helfen und Unterstützung zu gewähren bzw. bestehende Hilfe auszuweiten, haben sich beide Verbände seit Gründung auf die Fahnen geschrieben und dieses Ziel gilt es, auch innerhalb der Kulturpolitik weiter zu befördern. Die veranstaltenden Kulturakteure sind Teil einer unverzichtbaren kulturellen Infrastruktur, die einen wichtigen kreativen Nährboden unserer Gesellschaft bildet. Hier bündeln sich kreative Potenziale, ohne die die Herausforderungen für die Stadt der Zukunft nicht zu bewerkstelligen sind.


Gemeinsame Kernforderungen von Clubkombinat und Stadtkultur:

  • Im Kulturhaushalt müssen die Träger kultureller Basisarbeit gegenüber den Leuchtturmprojekten finanziell gestärkt werden. Die Rahmenzuweisung für Stadtteilkulturzentren und die Infrastrukturförderung für Musikclubs (Live Concert Account) müssen deshalb strukturell erhöht werden. Es gilt, in der öffentlichen Förderlandschaft weiter dahingehend Sensibilisierung zu betreiben, dass auch private Initiativen einen wichtigen Beitrag zur Kulturlandschaft leisten.
  • Der Mehrbedarf von Stadtteilkultur und Musikclubs darf nicht durch Umschichtung im Kulturhaushalt gedeckt werden. Stattdessen muss der Kulturhaushalt entsprechend erhöht werden.
  • Förderprogrammen, die die kulturelle Grundversorgung von geflüchteten Menschen und deren Integration unterstützen, müssen neu aufgelegt bzw. ausgeweitet werden.

Auf Basis dieser Ziele werden Clubkombinat und Stadtkultur ihre Kräfte zukünftig bündeln und den kulturpolitischen Diskurs in Hamburg weiterhin aktiv mitgestalten.

Die Clubfibel erscheint in neuer Auflage - Leitfaden für Clubbetreiber, Veranstalter und Behörden wurde überarbeitet und erweitert

27.05.2016 10:00

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Sechs Jahre nach der ersten Auflage ist ab sofort eine neue Ausgabe der Clubfibel erhältlich. Der beliebte Leitfaden liefert für alle am Club- und Veranstaltungswesen Interessierten ein Basiswissen über die Themenvielfalt “Musikbühnen” und stellt Akteure, Herausforderungen sowie Möglichkeiten im Veranstaltungsbetrieb vor. Untermauert werden diese Informationen nicht nur durch die jahrzehntelange Erfahrung der Autoren, sondern auch durch aktuelle Studien, die hinsichtlich der Relevanz für Musikbühnen von Experten analysiert wurden.Die erste Ausgabeder Clubfibel ist im Jahr 2009 erschienen und inzwischen komplett vergriffen. Nicht nur deswegen, sondern insbesondere wegen vieler Veränderungen und Neuerungen im Clubbetrieb in den letzten Jahren, war es dringend an der Zeit für eine aktualisierte Auflage. 

 

Mit diesem Update soll dazu beigetragen werden, die Situation der Musikclubs eingehender zu betrachten und den vielen Akteuren, hierunter auch politische Entscheidungsträger, die Realitäten und Rahmenbedingungen zu vergegenwärtigen.

 

Von ehemals 80 Seiten ist die zweite Auflage der Clubfibel auf 112 Seiten angewachsen. Neue Themen und Aktualisierungen sind insbesondere:

 

-        ClubRäume als kreative FreiRäume (Gastbeitrag von Dr. Alenka Barber-Kersovan)

-        Definition von Musikclubs und Festivals als Live-Spielstätten

-        GEMA – Tarife, Rabatte und Abwicklung

-        Förderinstrumente für private Musikclubs

-        Branchenerhebung 2014 – Konzerte in Hamburger Musikclubs

-        LiveKomm-Analyse der Musikwirtschaftsstudie 2015 – Zentrale Ergebnisse für Musikclubs

 

Ein Überblick über die Inhalte der neuen Clubfibel: Inhaltsverzeichnis


Wie schon bei der Erstauflage wurde auch die Erstellung der neuen Clubfibel dankenswerter Weise von der Hamburger Kulturbehörde gefördert. Die Clubfibel ist gegen eine geringe Schutzgebühr von 5,- € über das Clubkombinat zu beziehen (Kontakt)

Für den guten Zweck: Das Hamburger Club-Netz endlich als Poster!

18.04.2016 14:00

Ab sofort zeigt ein Poster die im Clubkombinat organisierten Musikbühnen Hamburgs auf einem U-und S-Bahn-Netzplan.

Seit Oktober letzten Jahres existiert im Mittelteil der CLUBPLAN-Monatsbroschüre ein U-und S-Bahn-Netzplan, der anstelle von Haltestellennamen mehr als 81 Musikclubs in Hamburg lokalisiert.


tl_files/graphics/Clubnetz A1_PM.jpgAuf vielfache Nachfrage wird dieser Club-Netzplan nun als Poster im A1-Format veröffentlicht.Ein Blick auf das Poster veranschaulicht eindrucksvoll, dass Hamburg – gemessen an seiner Einwohnerzahl – die größte Club-Dichte der Republik bietet. Für Freunde der hiesigen Clubkultur liefert das Poster ein Aha-Erlebnis mit Ausrufezeichen, was Hamburg in Sachen Live-Musik alles zu bieten hat. Ferner möchte das informative A1-Poster Menschen inspirieren, auf urbane Entdeckungsreise zu gehen und neue, bislang unbekannte Musikbühnen zu erkunden.

 

Die Verkaufserlöse aus dem Club-Netz-Poster fließen zu 100% in die Clubstiftung. Jeder Käufer leistet somit einen Beitrag zur Existenzförderung von Musikclubs in Hamburg. Die Höhe des Kaufpreis für jedes Poster bestimmt der Erwerber nach eigenem Ermessen.

Wir freuen uns über eine rege Abnahme von Club-Netz-Postern, jede Menge Aufmerksamkeit für die Aktion und eine Verbreitung dieser Meldung.

Wie komme ich an (m)ein Club-Netz-Poster?

Bezugsquelle: Clubstiftung – Stiftung zur Stärkung privater Musikbühnen Hamburg

Preis: frei bestimmbar (ggf. zzgl. Versandkosten)

Bestellungen: per Mail kontakt@clubstiftung.de oder Nachricht im Kontaktformular: http://stiftung-private-musikbuehnen-hamburg.de/kontakt/
 

Bitte Rechnungs- und Versandadresse hinterlassen, falls Versand gewünscht.

Abholung: Kastanienallee 9, 20359 Hamburg; Mo. - Fr. 11 bis 18 Uhr.